Empfehlungen Mai

Tulpen- und Narzissenlaub nicht zu früh entfernen

Auch wenn es Ihren Ordnungssinn stört – die Stängel und Blätter von Tulpen und Narzissen müssen nach der Blüte so lange stehen bleiben, bis sie eingezogen haben, das heißt vergilbt sind. Nur so können die Pflanzen Nährstoffe in ihre Speicherorgane – die Zwiebeln – einlagern, um genügend Reserven für Austrieb und Blüte im nächsten Jahr zu haben. Eine Düngung mit Hornmehl kräftigt zudem auf natürliche Weise.

Sommerblumen pflanzen

Ab Mitte Mai können die empfindlichen Sommerblumen für Kübel, Kästen und Beete ins Freiland gepflanzt werden. Dazu gehören: Leberbalsam (Ageratum), Fuchsschwanz (Amaranthus), Ochsenzunge (Anchusa), Löwenmaul (Antirrhinum), Bärenohr (Arctotis), Spinnenpflanze (Cleome), Schmuckkörbchen (Cosmos), Mittagsgold (Gazania), Männertreu (Lobelia), Levkoje (Matthiola), Gauklerblume (Mimulus), Ziertabak (Nicotiana), Petunie (Petunia), Buntnessel (Plectranthus), Feuersalbei (Salvia), Studentenblume (Tagetes), Verbenen (Verbena), Zinnie (Zinnia).

Sonnenbrand an Jungpflanzen vorbeugen

Jungpflanzen von selbst angezogenen Sommerblumen und von Gemüse dürfen nicht gleich der prallen Sonne ausgesetzt werden, sonst bekommen die Pflänzchen einen Temperaturschock und dazu vielleicht noch einen Sonnenbrand. Stellen Sie die Setzlinge daher bei trübem Wetter an einen geschützten Platz ins Freie, damit sie sich langsam akklimatisieren können.

Gemüseaussaaten

Diesen Monat können folgende Gemüsearten im Freiland ausgesät werden: Chicorée, Löwenzahn, Radicchio, Möhren, Petersilie, Buschbohnen, Stangenbohnen, Feuerbohnen, Kürbis, Gurke, Zuckermais, Markerbse, Zuckererbse, Spargelerbse. Auch Radieschen und Rettich. Bei diesen beiden Arten sollten Sie auf schossfeste Sommersorten achten. Erbsen, Bohnen und Mais sollten vor der Aussaat eine Stunde in lauwarmem Wasser vorquellen. Das beschleunigt das Keimen.

Salat

Etwa bis in den Juni hinein finden sich an den Trieben von Pappeln gallenartige Wucherungen der Salatwurzellaus. Die hier schlüpfenden Läuse fliegen dann zum Salat, wo sie die Wurzel schädigen. Um die Schäden an Ihren Salatpflanzen zu minimieren, sollten Sie den Salat so anbauen, dass Sie ihn noch bis zur Hauptflugzeit im Mai/Juni ernten können. Auch beim Anbau im August ist der zu erwartende Schaden gering.

Bodenpflege im Gemüsebeet

Vergessen Sie nicht, den Boden zwischen den Saatreihen immer wieder zu lockern, denn einmal Hacken spart zweimal Gießen! Sind die Pflanzen groß genug, kann auch gemulcht werden. Alternativ dazu können Sie zwischen den Reihen Kresse, Spinat, Radieschen, Rettich oder einjährige Kräuter aussäen, um den Boden bedeckt zu halten.

Unkräuter bekämpfen

Unkräuter innerhalb eines Beetes lassen sich am besten mechanisch mittels Harken, Hacken und Jäten bekämpfen. Insbesondere bei Ziergehölzen bietet sich aber auch das Mulchen mit Grasschnitt, Rindenkompost oder anderem Material an.

Stauden pflanzen

Bei wärmerer Witterung können neue Stauden gepflanzt, ältere auch noch geteilt und umgesetzt werden. Das fördert den Wuchs und die Blühwilligkeit. Achten Sie beim Teilen der Stauden darauf, dass die Teilstücke nicht mit den Rhizomen ausdauernder Unkräuter durchsetzt sind.

Blütensträucher auslichten

Nach der Blüte dürfen Sie die früh blühenden Sträucher auslichten. Doch Vorsicht: Alle Ziergehölze verlangen einen individuellen Schnitt! So entfernt man bei Forsythien in der Hauptsache die dreijährigen und – falls vorhanden – noch älteren Triebe. Die einjährigen und zweijährigen Triebe werden bestenfalls etwas ausgelichtet, aber nicht eingekürzt.

Im späten Frühjahr blühende Gehölze

Spät im Frühjahr blühende Gehölze wie Falscher Jasmin und Weigelie können Sie etwas auslichten, indem Sie altes Holz herausschneiden. Verzichten Sie jedoch auf das Einkürzen aller Triebe.

Pflanzzeit für Immergrüne

Der Mai ist gekommen und damit auch eine günstige Pflanzzeit für Nadelgehölze und immergrüne Laubgehölze. Achten Sie beim Pflanzenkauf auf einen festen Wurzelballen. Besteht dieser jedoch aus einem regelrechten Wurzelfilz, sollte man ihn mit einer kleinen Gabel vorsichtig aufreißen. Die Pflanzen danken es Ihnen später durch wesentlich bessere Anwachsergebnisse.

Schnitt der Pfirsichbäume

Warten Sie mit dem Schnitt der Pfirsichbäume bis kurz nach der Blüte, da sie extrem frostempfindlich sind. In diesem Stadium lassen sich auch die echten von den falschen Fruchttrieben gut unterscheiden.

Baumscheiben freihalten

Halten Sie Baumscheiben durch Hacken (nicht zu tief, um keine Wurzeln zu verletzen) und ggf. auch durch Abdeckung mit organischen Materialien (z.B. Grasschnitt, Kompost) unkrautfrei. Dadurch haben Sie gleichzeitig eine langsam fließende Nährstoffquelle ausgebracht.

Monilia an Obstbäumen

Dürre Triebe und Zweige z.B. bei Kirschen, Mandeln und Aprikosen deuten auf einen Befall durch Blüten- und Zweigmonilia hin. Je früher und gründlicher Sie diese Partien ausschneiden, desto geringer ist der Schaden, aber auch der Infektionsdruck im nächsten Jahr.

Feuerbrand

Kernobstbäume sowie anfällige Ziergehölze wie Feuerdorn, Weißdorn und Felsenmispel sollten Sie ab der Blüte regelmäßig auf Feuerbrand kontrollieren. Erkennen lässt sich der Schaderreger an welkenden, schwarz werdenden Blütenständen. Schneiden Sie alle befallenen Gehölze stark zurück und verbrennen Sie das Schnittgut. Außerdem müssen Sie das Schnittwerkzeug mit 70-prozentigem Alkohol desinfizieren.

Rasenaussaat

Bei günstigem Wetter können Wiesen und Rasenflächen jetzt gesät werden. Wer keinen sterilen Rasen möchte, aber trotzdem nicht auf die Liegewiese verzichten will, sollte es mal mit einer Scherrasenmischung mit Kräutern versuchen.

Schnitthöhe bei Rasen

Ab Mai wird der Rasen wieder gemäht. Besonders bei moosreichen Rasen sollten Sie nicht zu tief mähen (nicht unter 5 cm), denn das fördert die Ausbreitung der Moose.


Fachliches

Der Obst- und Gartenbauverein Botnang bietet jedes Jahr drei Schnittunterweisungen an. Zwei Unterweisungen in der Wintersaison in der Zeit der Wachstumsruhe und eine Unterweisung im Sommer während der Vegetationsperiode. Zusätzlich gibt es bei Bedarf einen Theorieabend über ein spezielles Thema der Baumpflege. Die Schnittunterweisungen werden von einem Experten im Obstbau durchgeführt. Zur Zeit ist dies Andreas Siegele, Obstbaumeister und amtlicher Obstbauberater der Stadt Stuttgart. Er berät auch die gewerblichen Obstbaubetriebe in der Stadt Stuttgart.

Alle Schnittunterweisungen sind kostenlos, auch für interessierte Gäste. Natürlich ist ein Beitritt zum Verein wünschenswert. (Kontakt).

Die Bilder dieser Seite sind bei den Schnittunterweisungen des Vereins entstanden und zeigen die Pflege von verschiedenen Obstbäumen und Beerensträuchern, oft über mehrere Jahre hinweg. Die Bilder können zur Anregung dienen, ersetzen aber nicht die praktische Teilnahme an einer Schnittunterweisung.

Schnitt von Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen

Beispiel für den Obstbaumschnitt an einer Mirabelle über mehrere Jahre

Beispiel für den Obstbaumschnitt an einer Zwetschge

Schnitt von Kernobst (Apfel, Birne)

Beispiel für den Obstbaumschnitt an einem Apfelbaum

Beispiel für den Obstbaumschnitt an einem alten Birnbaum

Schnitt von Sauerkirschen

Beispiel für den Obstbaumschnitt an einer Sauerkirsche über mehrere Jahre

Beerenschnitt

Beispiel für den Beerenschnitt

Weinspalier

Schnitt eines Weinspaliers

Schadbilder

Verschiedene typische Schadbilder